Adaptcha – Revolution oder YAWOL?

November 25, 2008 · Posted in Marketing, Startups, Web2.0 · Comment 

Letzte Woche ist ein Dienst an den Start gegangen, der das bekannte Captcha-Verfahren mit Werbung verknüpft. Sein Name lautet Adaptcha (www.adaptcha.com) und kommt aus der Schweiz. Derzeit noch als Closed-Beta gekennzeichnet verspricht die Seite sowohl für Werbetreibende als auch für diejenigen, die den Dienst in ihre Seiten einbinden die Megavorteile gegenüber der klassischen Werbung.

Zuvor aber eine kurze Erläuterung des Captcha-Verfahrens. Sicher ist jedem schon mal aufgefallen, dass bei Online-Anmeldungen oder beim Verfassen von Blog- oder Forenkommentaren merkwürdige Buchstaben- oder Zahlenkombinationen eingegeben werden müssen, um den Beitrag oder die Anmeldung durchführen zu können. Dies wird verwendet, um automatisierte Anmeldungen oder Kommentarspam zu verhindern. Man geht bei dem Verfahren davon aus, dass Maschinen und Skripte diese Zeichen nicht lesen können und somit nur der persönlich vor dem Bildschirm sitzende Anwender die richtige Kombination verwenden kann. Dieses Verfahren hat sicherlich seine Berechtigung, ist aber auch nicht unumstritten in der “Community”.

Auf alle Fälle als störend wird die allgegenwärtige Werbung a’la Google Adsense empfunden. Sie wird vom Besucher registriert, aber in der Regel ignoriert. Der viel zitierte Kontext ist meist auch nicht gegeben, oder zumindest fraglich. Aber das ist ein anderes Thema. Zumindest ist es der Versuch des Blog- oder Seitenbetreibers seine technischen Kosten zu decken oder sogar davon zu leben. Letzteres ist sicherlich weltweit nur einer Handvoll Bloggern gelungen.

Adaptcha jedenfalls verbindet jetzt beide Aspekte miteinander und verspricht, dass das Captchaverfahren genauso sicher sei, wie sein Zahlen- und Buchstabenpendant, und dass die Werbung nie wieder ignoriert wird. Genau im Gegenteil: man muss sich mit der Werbung auseinandersetzen, da die Captcha-Antwort in der Werbebotschaft zu finden ist. Sogar kleine Werbefilme soll man einbinden können.

Auf den ersten Blick mag nun der geneigte Leser zum Schluss kommen: ja, das hört sich doch super an; endlich zwei sinnlose, nervende Sachen zu einem einzigen, meist nicht zum Layout passenden Etwas vereint. Jemand anderes mag einwerfen: was wollt ihr; die Sachen sind doch eh immer da, dann doch lieber nur an einer Stelle, als die ganze Seite verschandeln.

So ähnlich gingen dann auch letzte Woche gleich die Diskussionen los. Sie gipfelten in der Aussage eines Freundes, dass er mit uns nichts mehr zu tun haben möchte, wenn wir derartiges in unsere Seiten einbauen würden.

Damit wird aber auch die ganze Bandbreite der Wahrnehmung deutlich. Aus Sicht der Werbetreibenden mag dieses Verfahren sicherzustellen, dass der Benutzer die Botschaft nicht ignoriert. Der Betreiber einer Site muss zum Thema “Klicken” nicht tricksen. Und der Anwender? Der muss, ob gewollt oder nicht, die Information verarbeiten. Gut, dass er dies nur zum Zeitpunkt der Anmeldung oder dem Hinterlassen eines Kommentars tun muss. Alternativ bliebe ihm sonst nur das Ignorieren der gesamten Site.

Insofern stellt sich die Frage: handelt es sich bei Adaptcha um eine Revolution der Online-Werbung oder doch nur um ein YAWOL (Yet Another Way Of Loitering)?

Marketing 2.0

November 21, 2008 · Posted in Marketing · Comment 

Am vegrangenen Wochenende hatten wir auf dem Railscamp 2008 das vergnügen uns von Tamer und seinem SonntagMorgen Kaffee verwöhnen zu lassen. Einer der Mitbegründer brachte eine Kaffeemaschine mit (“ey Alder die macht 10 Liter in 10 Minuten” – “Wooow, echt jetzt!”) und ein paar Packungen seiner IT-Mischung. Kurzer Workshop wie man mit der Maschine Kaffee kocht und das wars.

Knapp eine Woche später haben die Jungs aus Münster zwei neue Kunden, die sich die IT-Mischung bestellt haben und ein Paket wurde sogar mit der Feldpost nach Afghanistan geschickt.

Das ist echtes Internet Startup Feeling – I feel so Web Zwo Null

SonntagMorgen ist super

November 18, 2008 · Posted in Startups · 2 Comments 

SonntagMorgen bietet dir genau den Kaffee, den du haben willst, so gibt immer die perfekte Mischung für deinen Geschmack.

Auf dem Railscamp hat Tamer seinen Kaffee mitgebracht und es war einfach der genialste Kaffee aller Zeiten. Schade nur, dass wir nicht sofort kaufen konnten.

Heute habe ich dann was über die Wirkung von Kaffee und Koffein gefunden.

Sonntag Morgen

(c) Sonntag Morgen

Leider habe ich z.Zt. weder Kaffee von Sonntagmorgen bei mir hier noch eine entsprechende Maschinen, aber ich habe mir sagen lassen, die Lieferungen wären schnell und effektiv.

Gleich mal testen und wehe wenn nicht. Dann schicke ich Euch Simon Peters aus Köln vorbei. Insider wissen werde das ist.

So und jetzt wollen wir wieder ernsthaft werden.

Wenn ich mich recht zurück erinnere habe ich auf dem Railscamp immer von der IT-Mischung gekostet.

IT-Mischung

Augen auf! Der Tieflandkaffee Robusta Indian Parchment enthält gut doppelt so viel Koffein wie ein Arabica und hat 10 % anregende Chlorogensäure. Eine ähnliche Konzentration hat sonst allenfalls Mate-Tee. Dazu mischen wir eine Prise Java (das ist auch eine Insel!).

Lecker, Lecker, Lecker ….

Social Coding Theme Song

November 18, 2008 · Posted in Technik, Web2.0 · Comment 

Every skitch you take, Every pastie you make; Every build you break, Every fork you take, I’ll be watching you…

(from drnic on twitter this morning, see his site)

I remarked: @drnic great, we should collect more and create an anthem ;-)

Nic’s Answer: @fritzek I think I’ll change ‘Every fork you take’ to ‘Every fork you create’

Von der Idee zum Web2.0-Startup – eine Realsatire (Teil 2)

Unsere beiden Freunde sind irritiert: es soll doch alles so einfach wie möglich sein, kompliziert können die Anderen. Was braucht man schon eine große Organisation für eine einfache Idee? Richtig, man braucht keine große Organisation, aber man braucht eine Organisation. Das umfasst aber nicht nur den Begriff der Firma, sondern auch alle anderen Aspekte, intern und extern.

Aber beginnen wir dort, wo man beginnen sollte: am Anfang.

Betrachten wir so ein Unternehmen mal wie ein Projekt, was würden wir als erstes tun? Richtig, ein Ziel definieren. Diese Zieldefinition sollte eine Beschreibung der Idee sein und wie die Beteiligten ihre Rolle auf dem Weg zur Erreichung sehen. Damit hätten wir zumindest den Gegenstand unseres Handelns und uns selbst definiert. Dies muss nicht in einem Pamphlet biblischen Ausmaßes enden, wenn man in der Lage ist, alles in knackigen Worten in einen Absatz zu bekommen. Das Machwerk names Businessplan kommt später.

Wenn wir also wissen, was zu machen ist, müssen wir jetzt klären, wie wir es anstellen. Dazu sollte die zweite Phase unseres Projektes dienen: die Planung. Das umfasst, wie sich unsere zwei Protagonisten organisieren sollten (sowohl grundsätzlich, also als Firma, und bezogen auf die Aufgabe der Umsetzung der “technischen” Idee, also die Projektorganisation). Da der grundsätzliche Organisationsteil meist mit weitreichenden Folgen verbunden ist, sollte man hier wenn möglich jemanden zu Rate ziehen. Die Projektorganisation sollten beide hinbekommen, da sie aus dem Projektumfeld kommen.

So, wir wissen jetzt was wir wie tun wollen. Dann geht es jetzt an das Umsetzen. Für diese Phase gibt es, außer ein paar gut gemeinten Ratschlägen und der Hinweis zum Einhalten der selbstgesteckten Grundsätze, wenig zu sagen. Es wird die erste Nagelprobe der beiden werden. Und ob einfach wirklich einfach ist. Auf alle Fälle sollten die beiden getreu dem Grundsatz der “Getting Real”-Bewegung häufig und schnell etwas Online stellen.

Das führt uns aber zum nächsten Punkt (wenn wir davon ausgehen, dass die Testphase Bestandteil der Realisierung ist): der Transition (in gutem Neudeutsch). Also die Überführung der entwickelten Idee in den Betrieb. Jetzt wird der ein oder andere anmerken, dass wir doch kein großen IT-Projekt mit tausenden involvierten Mitarbeitern in Produktion bringen. Richtig, vordergründig würde man sofort an diese Größenordnung denken. Aber egal welche Größe ein Projekt hat, eine Transition sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Fällt sie halt nicht so kompliziert aus. Einfach ist das Zauberwort. Bei agilem Entwicklungsansatz wird sich diese Transition sowieso in Portionen immer wieder wiederholen. Das trainiert.

Jetzt kann das Geldverdienen losgehen. Und auch das will mit Bedacht getan werden. Mir fällt zwar keine Phase mehr ein, aber sicher finden sich auch hierfür ein paar schlaue Worte.

Jetzt sollten wir doch den groben Fahrplan haben, oder? Ins Detail gehe ich dann in den Fortsetzungen. Und zwar Schritt für Schritt. Andere entwicklen in der Zeit zwar komplette, funktionierende System (siehe letzter Railsrumble), aber stehen dann da mit ihrem System und haben keine Organisation drumrum ;-)

Von der Idee zum Web2.0-Startup – eine Realsatire (Teil 1)

November 11, 2008 · Posted in Entrepreneurship, Organisation/HR, Startups, Web2.0 · Comment 

In den kommenden Tagen werde ich über zwei Deppen berichten, die sich ausgehend von einer simplen Idee an die Umsetzung in Form eines Unternehmens machen, davon aber keine Ahnung haben und hilflos mit den Armen rudern.

Wir werden sie begleiten und ihnen versuchen, eine Checkliste zu erstellen, die es ihnen ermöglicht, ihre simple Idee auch simple seien zu lassen.

Lasst mich kurz die Ausgangssituation beschreiben, damit die anstehenden Aufgaben klar werden.

Also, unsere zwei Protagonisten haben eine einfache Web-Idee, die wenig Entwicklungsaufwand für den Start erfordert. Sie haben sich dabei dem sogenannten agilen Entwicklungsweg verschrieben. Aus ihren anderen Web-Aktivitäten haben sie die notwendige Technik parat, die eigentlich nur noch zum Zusammenspiel koordiniert werden muss. Somit sollte die technische Seite in der Tat das geringste Problem darstellen.

Aber zu einem Unternehmen gehört mehr. Und zwar Geld. Ausgerechnet das haben die zwei aber nicht, zumindest nicht in Form exorbitanter Budgets. Somit wollen sie das Bisschen, das sie haben, auch effizient einsetzen.

Sie müssen sich um eine Organisationsform kümmern, die einfach und preiswert ist, sie im Fall des Misserfolgs aber nicht in den Abgrund reisst.

Und dann sind da noch die tausend anderen Kleinigkeiten, die das Leben so prickelnd machen und für einen immer währenden Strom der Freude und Arbeit sorgen.

Aber dazu mehr im zweiten Teil unseres Reports.