Von der Idee zum Web2.0-Startup – eine Realsatire (Teil 2)
Unsere beiden Freunde sind irritiert: es soll doch alles so einfach wie möglich sein, kompliziert können die Anderen. Was braucht man schon eine große Organisation für eine einfache Idee? Richtig, man braucht keine große Organisation, aber man braucht eine Organisation. Das umfasst aber nicht nur den Begriff der Firma, sondern auch alle anderen Aspekte, intern und extern.
Aber beginnen wir dort, wo man beginnen sollte: am Anfang.
Betrachten wir so ein Unternehmen mal wie ein Projekt, was würden wir als erstes tun? Richtig, ein Ziel definieren. Diese Zieldefinition sollte eine Beschreibung der Idee sein und wie die Beteiligten ihre Rolle auf dem Weg zur Erreichung sehen. Damit hätten wir zumindest den Gegenstand unseres Handelns und uns selbst definiert. Dies muss nicht in einem Pamphlet biblischen Ausmaßes enden, wenn man in der Lage ist, alles in knackigen Worten in einen Absatz zu bekommen. Das Machwerk names Businessplan kommt später.
Wenn wir also wissen, was zu machen ist, müssen wir jetzt klären, wie wir es anstellen. Dazu sollte die zweite Phase unseres Projektes dienen: die Planung. Das umfasst, wie sich unsere zwei Protagonisten organisieren sollten (sowohl grundsätzlich, also als Firma, und bezogen auf die Aufgabe der Umsetzung der “technischen” Idee, also die Projektorganisation). Da der grundsätzliche Organisationsteil meist mit weitreichenden Folgen verbunden ist, sollte man hier wenn möglich jemanden zu Rate ziehen. Die Projektorganisation sollten beide hinbekommen, da sie aus dem Projektumfeld kommen.
So, wir wissen jetzt was wir wie tun wollen. Dann geht es jetzt an das Umsetzen. Für diese Phase gibt es, außer ein paar gut gemeinten Ratschlägen und der Hinweis zum Einhalten der selbstgesteckten Grundsätze, wenig zu sagen. Es wird die erste Nagelprobe der beiden werden. Und ob einfach wirklich einfach ist. Auf alle Fälle sollten die beiden getreu dem Grundsatz der “Getting Real”-Bewegung häufig und schnell etwas Online stellen.
Das führt uns aber zum nächsten Punkt (wenn wir davon ausgehen, dass die Testphase Bestandteil der Realisierung ist): der Transition (in gutem Neudeutsch). Also die Überführung der entwickelten Idee in den Betrieb. Jetzt wird der ein oder andere anmerken, dass wir doch kein großen IT-Projekt mit tausenden involvierten Mitarbeitern in Produktion bringen. Richtig, vordergründig würde man sofort an diese Größenordnung denken. Aber egal welche Größe ein Projekt hat, eine Transition sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Fällt sie halt nicht so kompliziert aus. Einfach ist das Zauberwort. Bei agilem Entwicklungsansatz wird sich diese Transition sowieso in Portionen immer wieder wiederholen. Das trainiert.
Jetzt kann das Geldverdienen losgehen. Und auch das will mit Bedacht getan werden. Mir fällt zwar keine Phase mehr ein, aber sicher finden sich auch hierfür ein paar schlaue Worte.
Jetzt sollten wir doch den groben Fahrplan haben, oder? Ins Detail gehe ich dann in den Fortsetzungen. Und zwar Schritt für Schritt. Andere entwicklen in der Zeit zwar komplette, funktionierende System (siehe letzter Railsrumble), aber stehen dann da mit ihrem System und haben keine Organisation drumrum
Comments
Leave a Reply
